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Batiken – Der angesagte DIY-Trend

Für die einen ein Graus, den sie mit ihren schlimmsten Modesünden verbinden, für die anderen eine große Freude: Batik-Muster feiern nach den 90ern ihr zweites Comeback. Bereits in den 60er Jahren war Batiken im Trend und untrennbar mit der Hippie-Kultur verknüpft. Die indonesische Färbetechnik ist jedoch noch viel älter: Auf Java kennt man Batiken bereits seit über 1000 Jahren. Lange Zeit war es der Oberschicht vorbehalten, Kleidung auf diese Art zu färben, erst seit den 1940er Jahren wurde das Verbot aufgelockert.

Die 90er lassen grüßen

Foto von flickr: Sophie Charlotte Fry (CC)
Foto von flickr: Sophie Charlotte Fry (CC)

Zwanzig Jahre später verbreitete sich die Färbetechnik auch in der westlichen Welt. Allerdings ist das, was wir unter Batiken verstehen, nicht die eigentliche Technik, deren Grundlage die Wachsreservierung. Die Abbindetechnik müsste eigentlich als Shibori, bzw. Plangi bezeichnet werden. Der falsche Begriff hält das jetzige Revival jedoch nicht davon ab, sich bisher wesentlich stilsicherer als in den 90ern zu zeigen: Die übergroßen T-Shirts wurden verbannt, Färbemuster und -Techniken raffinierter. Auch sonst erlebt die Mode der Zeit ein Revival. Die 90er sind wieder da – nur weniger aufdringlich.

Batiken – einfache Anleitung

Materialien:

  • Eimer (so viele wie Farben benutzt werden)
  • Textilfarbe (in Drogerien erhältlich)
  • Klebeband, Paketschnur oder alte Kabel
  • Fixiersalz (ebenfalls in Drogerien erhältlich)
  • Einweghandschuhe
  • Alter Kochlöffel
  • Geeignetes Kleidungsstück (alle Naturmaterialien können verwendet werden)

Schritt für Schritt:

Zuerst wird das Kleidungsstück je nach gewünschtem Ergebnis umwickelt. Je fester das Band um den Stoff gewickelt wird, umso heller bleibt dieser Abschnitt. Anschließend wird Wasser aufgekocht und die Farbe dazugegeben. Kräftig durchrühren! Es sollten sich keine Farbpartikel am Boden befinden. Fixiersalz hinzufügen und wieder gut umrühren. Das Kleidungsstück wird nun in den Eimer gegeben. Je länger es in der Farbe bleibt, umso intensiver wird die Farbe. Mehrmals umrühren und darauf achten, dass der Stoff möglichst ganz bedeckt ist. Das Kleidungsstück vom Band befreien und anschließend gut auswaschen, bis keine Farbe mehr austritt. Trocknen lassen.

Raffinierte Variationen dieser Anleitung:

Die Muster können variiert werden, indem man Wachs auf das Kleidungsstück träufelt. Verschiedene Farben zu nutzen ist ebenfalls möglich, allerdings sollte das Kleidungsstück vor dem Eintauchen in eine neue Farbe gut ausgewaschen werden. Außerdem funktioniert die Technik auch anders herum: Farbige Kleidungsstücke können mit Entfärber interessante Muster erhalten. Farbverläufe

Foto von Flickr: saxarocks (CC)
Foto von Flickr: saxarocks (CC)

werden hergestellt, indem das Kleidungsstück in die Farbe getaucht wird und direkt wieder ein Stück herausgezogen wird. Mehrere Minuten in der Farbe lassen. Anschließend taucht man es etwas tiefer in die Farbe und zieht es wieder ein Stück heraus. Je kleiner die Abschnitte sind, die bei einem Durchgang gefärbt werden, umso gleichmäßiger gelingt der Färbvorgang. Anschließend kann dies mit dunkleren Farben wiederholt werden, dann das Kleidungsstück jedoch nur leicht auswaschen. Dieser “Ombré”- oder “Dip Dye”-Style ist in dieser Saison besonders gefragt.

Batik-Kleidungsstücke stilsicher kombinieren

Der Batik-Stil hat leider einen Nachteil: Er wirkt schnell aufdringlich. Deswegen sollten zwei Batik-Teile nicht miteinander kombiniert werden. Auch bei den restlichen Kleidungsstücken liegt Einfarbigkeit, höchstens kombiniert mit Weiß oder Schwarz, im Trend. Die Farbe des restlichen Outfits muss dabei nicht im gebatikten Teil vorkommen, sollte jedoch mit allen dabei verwendeten Farben harmonieren. Schlichtheit ist also das oberste Gebot, das das gebatikte Kleidungsstück ohnehin Hingucker genug ist. Auch bei den gebatikten Teilen wirken gedecktere Farben unaufdringlich und sind gerade bei Hosen im Trend. Accessoires können sparsam eingesetzt werden, um den Stil der 60er oder 90er zu zitieren.

Titelbild von Flickr: deborah.soltesz (CC)

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