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Das erste It-Girl: Clara Bow

In unseren neuen Serie “It-Girls” zeigen wir euch die schönsten und inspirierendsten It-Girls und erklären ihren Style. Den Anfang macht Clara Bow, das erste It-Girl überhaupt.

Die US-Filmikone Clara Bow lebte von 1905 bis 1965 in Los Angeles. Ihr 1927-er Filmbestseller „Das gewisse Etwas“ nach Elinor Glynns Roman „It“ verschaffte ihr den Titel „Amerikas erstes Sexsymbol“ und den It-Girls von heute ihre medienpräsente Attitüde. Das Stigma „Macht nix, kann nix, ist berühmt“ trifft allerdings auf den Stummfilmstar nicht zu. Auf Clara Bow bezogen sind die It-Girls dieser Welt oft nur schwache Kopien.

Clara Bow in “It”

It“, der Roman der ebenso erfolgreichen wie egozentrischen Schriftstellerin Elinor Glyn beschreibt die Suche des ratlosen Monty Montgomery nach der Frau mit dem gewissen Etwas. Schließlich findet er diese in Gestalt der kessen, kleinen Betty. In der Verfilmung der Romanvorlage perfektioniert Clara Bow das gewissen Etwas als Melange aus Leichtigkeit, Unschuld und Sex-Appeal, was ihr unverzüglich den Ruf des ersten amerikanischen Sexsymbols einbrachte. Heute steht sie immer noch als Urmutter aller It-Girls da: Urmutter der „Paris Hiltons“ dieser Welt, die als High-Society-Grazien megateure It-Bags tragen und von einem zum anderen roten Teppich eilen. Die partyerprobten und vorbildlich vernetzten PR-Meisterinnen haben der oft noblen Abstammung zum Trotz ein schnelles Verfallsdatum, was sie ihrer durchschnittlichen Begabungen wegen nur geringfügig beeinflussen können.

Clara Bow, das Schmuddelkind

Clara Bow aber war das genaue Gegenteil, ein hochbegabtes Mädchen aus den Slums, dessen Elternhaus ihr die Hölle bereitete. Sie war das ungeliebte Kind eines gewalttätigen Losers, der Clara missbrauchte, während die Mutter ihrer Profession als schizophrene Gelegenheitsprostituierte nachging. Keiner spielte mit dem Schmuddelkind. Mit den Jungs tobte sie herum und lernte, sich durchzusetzen. Die Prügelqualitäten eignete sie sich vom besten Freund Johnny an, der später in ihren Armen starb. Clara Bows Kindheit war lediglich dazu gut, ihr später am Filmset das Weinen auf Anhieb zu ermöglichen. Sie musste lediglich zurückdenken.

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Clara Bow, der Flapper

Mit 16 Jahren hatte Clara an einem Fotowettbewerb teilgenommen. Ihre schizophrene Mutter versuchte ihr daraufhin, nachts die Kehle durchzuschneiden. Clara überlebte das Desaster und gewann den „Fame and Fortune Contest“ nebst Pokal und der ersten Filmrolle. „Beyond the Rainbow“ hieß der Film, sehen konnte man Clara Bow allerdings nicht. Ihre Rolle war herausgeschnitten worden. Der Filmproduzent Ben Schulburg verpflichtete die Schönheit mit den glutvollen, schwarzen Augen und den hohen Wangenknochen anlässlich eines Vorsprechens vom Fleck weg. Nach ihrem Filmdebüt wählten sie die Journalisten der Western Association of Motion Picture Advertisers 1924 zum „Baby Star“ und die New York Times bezeichnete sie als “Personifizierung des Flappers, schelmisch, hübsch, aggressiv, hitzig und gefühlvoll”. In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren „Flapper“ ungestüme, intelligente und natürliche junge Frauen, die mit kurzem Rock und Bubikopf auftraten, in der Öffentlichkeit rauchten und tranken sowie auch sonst alle Konventionen über Bord warfen.

Clara Bow, das ultimative It-Girl

1927 war Clara Bow zum Filmstar geworden. Den Film “It“ hatte die Aktrice unübertrefflich gespielt und dabei das gewisse Etwas präsent gemacht. Es war eine Präsenz, die den heutigen „It-Girls“ so oft abgeht. Uschi Obermaier oder Anita Pallenberg beispielsweise besaßen Stil und gaben zuweilen durch ihre Beziehungswahl auch politische Statements ab. Während sie sogar zu Sexsymbolen avancierten, sind die aktuellen It-Girls mit ihren Kontakten und viel Geld damit beschäftigt, eine übersichtliche Attitüde zu erhalten. Beständig in den Klatsch-Medien, überschreiten sie ständig Geschmacksgrenzen und rühren vehement an den Nerven des Publikums.

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Der Absturz der Clara Bow

Clara Bows Absturz begann mit dem Aufkommen des Tonfilms. Es waren ihr „Brooklyn-Slang“, eine mediale Schmutzkampagne, Spielsucht und Schulden, die sie physisch lädierten und psychisch zerstörten. 1965 verstarb Clara Bow auf einer Ranch in Nevada an Herzversagen. Kenneth Anger ist Autor des Buches „Hollywood Babylon“. Darin beschreibt es Bow als Inbegriff der flammenden Jugend und Hollywood als zerstörerischen Moloch. Die It-Girls dieser Welt würden alles dafür geben, in Hollywoodfilmen präsent zu sein. Aber es mangelt ihnen am gewissen „It“.

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